BI begrüßt Conti-Investition in Umweltschutz

Korbach, 04.04.2016

BI begrüßt Conti-Investition in Umweltschutz

Korbach. Als großen Erfolg ihrer jahrelangen Bemühungen um die Verbesserung der Korbacher Luftqualität sieht die BI (Bürgerinitiative)lebenswertes Korbach die Ankündigung zu Investitionen in neue Filtertechnik im Continental-Werk.

Seit Jahrzehnten leitet das Werk seine Abluft ungefiltert über Dachluken und sonstige Öffnungen ab und belastet damit erheblich die Luftqualität in der Stadt Korbach und dem Umfeld. Der häufige Gestank ist Einheimischen wie Einkaufsgästen hinlänglich bekannt. Dieser Zustand wurde von Politik und Behörden bisher weitgehend toleriert.

Im Zuge des Genehmigungsverfahrens für die Müllverbrennungsanlage wurden auch die Emissionen der Conti thematisiert und in Folge zahlreicher Beschwerden gab schließlich die Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Kassel, ein Geruchsgutachten in Auftrag, welches wie zu erwarten war, eine deutliche Überschreitung der Geruchs-Grenzwerte bestätigte. Die daraufhin in den letzten Jahren durchgeführten Maßnahmen von Conti beschränkten sich aber überwiegend auf die höhere Ableitung der belasteten Luft über Schornsteine, anstatt diese zu filtern. Entsprechend konnte die Bevölkerung keine Verbesserung feststellen, zumal das Werk die Produktion von Reifen in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert hat.

In engem Kontakt der BI mit dem Regierungspräsidium (RP) wurde in den letzten Monaten ein Kontrollgutachten durchgeführt, welches die Vermutung vieler Korbacher bestätigte und die Unzulänglichkeit der Maßnahmen zeigte.

Leider hat das RP bislang, entgegen den Vorgaben vom Hessischen Umweltinformationsgesetz (HUIG), das von der BI Korbach angeforderte aktuelle Gutachten noch nicht zur Verfügung gestellt.

Mit den nunmehr angekündigten Maßnahmen von Conti zur Abluftreinigung sieht die BI endlich eine Chance, Mensch und Umwelt zu entlasten und die Lebensqualität, insbesondere der Korbacher, wirksam zu verbessern. Das vorgesehene Verfahren wird mit gutem Erfolg seit Jahren in anderen Industriebetrieben angewandt und war von der BI vor geraumer Zeit Conti und RP empfohlen worden.

Die BI erwartet allerdings eine schneller Umsetzung der Maßnahmen, als in den geplanten sechs Jahren. „Bei einem in den letzten Jahren stets steigenden Überschuss von über 2 Milliarden Euro, könnte Continental die Maßnahme auch wesentlich schneller umsetzen, zumal die jetzige Situation ungesetzlich ist“, sagt Harald Rücker, der erste Vorsitzende der BI.

Die zweite Vorsitzende der BI, Dr. med. Julia Günther-Pusch, weist darauf hin, dass eine bessere Erfassung und Filterung der Abluft auch für die Beschäftigten von Conti aus gesundheitlicher Sicht ein Gewinn sei. Es gehe ja nicht nur um die Geruchsbelästigungen, sondern im Abluftstrom wurden von der BI zahlreiche toxische Substanzen nachgewiesen, welche die Atemwege belasten und krebserregend sind.

Den Magistrat der Stadt fordert die BI auf, die vom Stadtparlament für eine Luftuntersuchung bereitgestellten Mittel endlich einzusetzen, um einen Überblick über die Schadstoffe in der Kernstadt zu bekommen. „Um die Wirkung der von Conti geplanten Maßnahmen auch objektiv bewerten zu können, sollte die Stadt Korbach jetzt so schnell wie möglich den schon vor zwei Jahren durch die Stadtverordneten erteilten Auftrag für eine Luftuntersuchung in Auftrag geben, denn nur so kann man den Vorher- und Nachher-Zustand, bzw. den hoffentlichen Erfolg der Maßnahme, dokumentieren,“ sagt Rücker abschließend.

Die BI hat auf ihrer Internetseite einen sogenannten Schadstoffmelder installiert. Unter www.lebenswertes-korbach.org können Bürger Beobachtungen über alle Arten von Umweltverschmutzungen melden, die dann an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden.

 


Waldeckische Landeszeitung | Lokales | 08.04.2016

Entlastung für Mensch und Umwelt

Vorstand der Bürgerinitiative Lebenswertes Korbach begrüßt Conti-Investition in Umweltschutz

Korbach. Als großen Erfolg ihrer jahrelangen Bemühungen um die Verbesserung der Korbacher Luftqualität sieht die Bürgerinitiative Lebenswertes Korbach die Ankündigung zu Investitionen in neue Filtertechnik im Continental-Werk (WLZ berichtete).

Mit den angekündigten Maßnahmen von Conti zur Abluftreinigung sieht die BI endlich eine Chance, Mensch und Umwelt zu entlasten und die Lebensqualität, insbesondere der Korbacher, wirksam zu verbessern. Das vorgesehene Verfahren werde mit gutem Erfolg seit Jahren in anderen Industriebetrieben angewandt und war von der BI bereits vor geraumer Zeit empfohlen worden.

Die Bürgerinitiative hofft allerdings auf eine schnellere Umsetzung der Maßnahmen als in den geplanten sechs Jahren. „Bei einem in den letzten Jahren stets steigenden Überschuss von über zwei Milliarden Euro könnte Continental die Maßnahme auch wesentlich schneller umsetzen, zumal die jetzige Situation ungesetzlich ist“, sagt Harald Rücker, Vorsitzender der BI.

Die zweite Vorsitzende, Dr. Julia Günther-Pusch, weist darauf hin, dass eine bessere Erfassung und Filterung der Abluft auch für die Beschäftigten von Conti aus gesundheitlicher Sicht ein Gewinn sei. Es gehe ja nicht nur um die Geruchsbelästigungen, sondern im Abluftstrom wurden von der BI zahlreiche toxische Substanzen nachgewiesen, welche die Atemwege belasten und krebserregend sind.

Die BI hat auf ihrer Internetseite einen sogenannten Schadstoffmelder installiert. Unter www.lebenswertes-korbach.org können Bürger Beobachtungen über alle Arten von Umweltverschmutzungen melden, die dann an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden. (r)

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