Lektionen aus Katastrophen

 

Bürgerinitiative „Lebenswertes Korbach“ hält Mahnwache zu Fukushima ab

KORBACH. 30 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl, fünf Jahre nach dem von Fukushima und im Verweis auf mehrere nur knapp vermiedene Katastrophen hat die Bürgerinitiative „Lebenswertes Korbach“ eine Mahnwache in der Korbacher Fußgängerzone abgehalten. Sie fordert dabei einen schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie. Knapp 40 Unterstützer und interessierte Passanten machten Halt.

Dr. Peter Koswig verwies auf die Spuren, welche die Unfälle hinterlassen haben: Noch nach drei Jahrzehnten seien Wildschweine und Pilze in Bayern mit Strahlung verseucht. Dass Japan bei der Fukushima-Katastrophe das Glück hatte, dass der Wind den Großteil der Strahlung auf das Meer getragen habe, hätten 51 US-Matrosen mit Krebs bezahlt. Über das Schicksal der bei der Eindämmung des Tschernobyl-Unglücks an Tumoren erkrankten „Liquidatoren“ und die Folgen in Japan erinnerte die BI mit einer Reihe von Plakaten.

Dass die Regierung in Tokio zur Atomkraft zurück will, kritisierte Koswig - immerhin würden die Japaner, ihre Provinzregierungen und -gerichte gegensteuern. Doch auch in Europa bestünden weiter Risiken: Die Gefahr von Altreaktoren in Belgien werde heruntergespielt, während die deutsche Brennelementefabrik in Lingen sie weiter beliefere.

Eine Katastrophe im Reaktor im französischen Fessenheim sei erst mit der letzten möglichen Notfallprozedur verhindert worden.

Die Union wolle derweil die Steuer auf Brennstäbe abschaffen: „Das ist ein Geschenk an RWE und Eon“, befand Koswig. Die Stromkonzerne hätten derweil für den Ausstieg gedachte Rücklagen in Kohlekraft investiert — Koswig befürchtet, dass die Steuerzahler die Kosten tragen müssen.

Auch regional bestehe das Problem: Der Redner kritisierte, dass EWF 14 Prozent Atomstrom beziehe. „Es muss mehr für regenerative Energie getan und verantwortungsvoller eingekauft werden“, sagte er.

Foto: Wilhelm Figge

 

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