„Weitere Anstrengungen nötig“

„Dicke Luft“: Der Straßenverkehr gilt als Hauptursache für Stickstoffdioxid.

Von Wilhelm Figge

Waldeck-Frankenberg. „Die langfristige Entwicklung der einzelnen Luftschadstoffe zeigt einen nach unten gerichteten Trend“, erklärt Dr. Angelika Broll vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HNLUG). Ein Sorgenkind hat sie indes: Stickstoffdioxid (NO2).

Zwar haben die Konzentrationen im Landkreis Tiefstwerte erreicht – 9,2 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft in Bad Arolsen; 6,8 im Kellerwald. Doch für ganz Hessen betrachtet befinden sich die Werte nicht so sicher unter den Grenzwerten wie für die anderen Schadstoffe, berichtet Angelika Broll.

Verbesserung im Verkehr

NO2 sei besonders an den Messstationen nachzuweisen, an denen viel Kraftfahrverkehr herrsche – dieser sei die Hauptquelle. Weitere Anstrengungen seien nötig: „Diese müssten sowohl bei der Verbesserung der Technologie als auch bei der Entwicklung von Verkehrsstrategien ansetzen“, sagt Angelika Broll. Auch Fabriken, Kraftwerke und Gebäudeheizungen tragen zur NO2-Belastung bei. Stickstoffdioxid ist ein sehr reaktives Gas: Bei Kontakt mir Gewebe und Zellen des Menschen löst es Reizeffekte aus, besonders im Atemtrakt und den Augen. Personen reagieren unterschiedlich empfindlich darauf.

Schon nach kurzer Zeit beeinträchtigt NO2 die Lungenfunktion, besonders von Asthmatikern und Bronchitikern. Auch Herzkranke reagieren besonders empfindlich. Zudem entzünden sich Atemwege häufiger.

Rückläufige Werte

Bei anderen Luftschadstoffen zeigt sich Angelika Broll zufriedener: Nur in Arolsen gemessen wird der feinere und somit gefährlichere Feinstaub der Kategorie PM2,5: Die Konzentration von 10,4 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft ist der niedrigste Wert, der dort je gemessen wurde, 2010 lag sie noch bei 13,4. Nur im Kellerwald erfasst wird Schwefeldioxid: Der Wert von 0,8 Mikrogramm pro Kubikmeter ist ebenfalls ein Rekord, 2006 war noch fast das vierfache in der Luft.

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